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Seite 3 von 5 Uruguay - Wirtschaft1. Wirtschaftsstruktur 2. Uruguay und MERCOSUR 3. Wirtschaftliche Entwicklung 4. Wirtschaftsdaten Uruguays 5. Exporte Uruguays 6. Importe Uruguays 7. Handelsaustausch mit der BRD
1. WirtschaftsstrukturAls die drei Säulen der uruguayischen Wirtschaft lassen sich die Landwirtschaft, der Bankensektor und die Tourismusbranche bezeichnen, wenngleich sie auch unterschiedlich ins Gewicht fallen. Die Landwirtschaft, überwiegend bestehend aus Viehzucht und Ackerbau, stellt hierbei den Wirtschaftszweig mit der längsten Tradition dar. So beschränken sich auch die industriellen Aktivitäten im Land hauptsächlich auf die Verarbeitung von Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Getreide und die Textil- und Lederindustrie. Weitere Industriezweige existieren darüber hinaus im Bereich der Chemie- und Automobilindustrie, jedoch nur in Ansätzen. Uruguay ist auch im IT-Bereich gut positioniert und hat aufgrund einer vergleichsweise hohen Technologisierung des Landes und gut ausgebildeter IT-Ingenieure gute Chancen, diese Position mittelfristig weiter auszubauen. Auch im schnell wachsenden Bereich der Biotechnologie kann Uruguay auf gute Ressourcen zurückgreifen und der Business und Technologiy Park in Montevideo bietet einen idealen Standort für die Entwicklung dieses Gebiets. Insgesamt lässt sich Uruguay jedoch eher als Dienstleistungsgesellschaft bezeichnen, was vor allem auf den leistungsfähigen Bankensektor zurückzuführen ist, dem das Land auch die Bezeichnung als "Schweiz Südamerikas" zu verdanken hat. Doch auch der expandierende Tourismusbereich gewinnt an Einfluss auf die uruguayische Wirtschaft. Momentan ist Uruguay dabei, sich auch als Logistikplattform der Region zu etablieren. Aufgrund der guten Ausgangslage, die u.a. durch die von Unternehmern und Behörden verfolgte Strategie der Markterweiterung und durch die Modernisierung der Infrastruktur (Hafen, Freizonen, Eisenbahn, Flughafen, Straßen, Telekommunikation, rechtliche Grundlagen) ermöglicht wurde, könnte Uruguay in naher Zukunft sein Ziel erreichen. 2. Uruguay und MERCOSURUruguay gehört neben Argentinien, Brasilien und Paraguay der 1991 geschlossen Zollunion "Mercosur" (Mercado Comun del Sur) an. Chile hat seit 1996 und Bolivien seit 1997 den Status eines assoziierten Mitglieds des Mercosur. Aufgrund der strategisch günstigen Lage Uruguays zwischen den großen Nachbarn Argentinien und Brasilien und am Mündungsbecken des Rio de la Plata hat sich Montevideo durch Größe, Ausstattung und Lage des städtischen Freihafens zum logistischen Knotenpunkt der Bündnisregion, als "Tor zum Mercosur" entwickelt.
Die Hauptstadt Uruguays entwickelte sich in den letzten Jahren zum administrativen Zentrum des MERCOSUR. Montevideo ist Sitz des technischen Sekretariats des MERCOSUR und beherbergt drei weitere permanente MERCOSUR-Institutionen: die "Gemeinsame Parlamentarische Kommission des MERCOSUR" ("Comisión Parlamentaria Conjunta"), das Sekretariat des Wirtschafts- und Sozialausschusses ("Foro Consultivo Económico-Social") und seit Ende 2003 das "Komitee der ständigen Vertreter des MERCOSUR" (Comisión de Representantes Permanentes del MERCOSUR).
Im Jahr 2004 trat Venezuela als assoziiertes Mitglied dem Mercosur bei. Am 8. Dezember 2005 unterschrieben die vier Mitgliedsstaaten Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay mit Venezuela das „Protocolo de adhesión de la República Bolivariana de Venezuela al Mercosur“, ein erster Schritt zum Beitritt Venezuelas als volles Mitglied des Handelblocks. Bisher ist das Land von Hugo Chávez jedoch noch eingeschränkt in seinen Rechten in Bezug auf den Mercosur, es wird ihm zwar eine Stimme, aber kein Vetorecht eingeräumt. Im Mai 2006, auf einem Treffen in Buenos Aires, wurden weitere Details bezüglich des Beitrittsverfahrens Venezuelas besprochen und festgelegt, dass die vollständige Eingliederung des Landes in den Mercosur innerhalb der nächsten 4 Jahre Schritt für Schritt stattfinden wird.
Im Mai 2007 fand die Eröffnung des ersten Legislativorgans des Mercosur, dem Parlament, in Montevideo statt. Zu den Funktionen dieser neuen Instanz des Mercosur gehören unter anderem die Förderung des Austauschs und der Kooperation zwischen den Mitgliedern, die Festlegung gemeinsamer Normen und die Überwachung der Beibehaltung der Demokratie als politisches System in den Migliedsstaaten. In den ersten Jahren werden von jedem Mitgliedsstaat 18 Abgeordnete entsandt, das Parlament besteht also insgesamt aus 90 Abgeordneten. Ab 2011 sollen öffentliche Wahlen der „Merco-Abgeordneten“ stattfinden. Die Abgeordneten von Venezuela besitzen bisher zwar Vorschlags- aber kein Stimmrecht. 3. Wirtschaftliche EntwicklungIn Betrachtung der Wirtschaftsdaten der letzten zehn Jahre zeichnet sich ein recht bewegtes Bild der ökonomischen Entwicklung Uruguays ab. Die Jahre 1991 bis 1998 waren von einem dynamischen Wirtschaftswachstum geprägt, das sich in einem durchschnittlichen Anstieg des Bruttoinlandproduktes von real 4,5 % und einer Verdoppelung des Pro-Kopf-Einkommens von 3.229 auf 6.592 US$ widerspiegelte. Diese Entwicklung liess sich überwiegend auf die positiven Ergebnisse der Dienstleistungs-, Agrar- und Baubranche zurückführen. Lediglich die verarbeitende Industrie hatte zwischen 1990 und 1994 mit den durch den MERCOSUR bedingten Veränderungen zu kämpfen. 1999 wurden jedoch, außer dem Bau-, Kommunikations- und Logistiksektor, jegliche Wirtschaftszweige von unterschiedlich kritischen Entwicklungen erfasst, die zu einer starken Konjukturabschwächung führten. Konnte Uruguay noch 1998 ein Wirtschaftswachstum von real 4,5 % verzeichnen, so leidet Uruguay seit 1999 unter der zunehmenden wirtschaftlichen Schwäche der Nachbarländer. Die Abwertung des brasilianischen Real hatte eine Dezimierung der Erlöse aus dem Export zur Folge. Insbesondere der Rückgang der Ausfuhren nach Argentinien und Brasilien, die circa 50 % der uruguayischen Exporte ausmachten, war deutlich spürbar. In den Jahren 1999, 2000 und 2001 schrumpfte das BIP real um 2,8%, 1,4% und 3,1%. Dieser Trend setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2002 fort. Nach dem Verlust von über 75% der Währungsreserven des Landes gab die Regierung im Juni 2002 den Wechselkurs zum US-Dollar frei. Im August 2002 verhinderte schnelle internationale Hilfe und eine Reform des Bankensystems eine schwere Bankenkrise, nachdem die Banken wegen des starken Kapitalabflusses vorüber-gehend geschlossen waren. Der IWF unterstützte Uruguay, forderte aber eine Haushaltskonsolidierung und Reformen. Durch diese Politik konnte das Schlimmste verhindert werden. Dennoch stiegen die Arbeitslosigkeit (19,2 %) und die Auslandsverschuldung (82% des BIP) auf neue Höchststände. Im Folgejahr kam die Wirtschaft wieder etwas zur Ruhe. Der IWF-Zinsswap ermöglichte eine flexiblere Wirtschaftspolitk was im Laufe des Jahres zu einem Absinken der Inflation und zu einer leichten Erholung am Arbeitsmarkt führte. Vor allem die gestiegenden Exporte sorgten für Auftrieb. Im Laufe des Jahres 2003 verdoppelten sich die Währungsreserven Uruguays im Vergleich zum Jahr 2002 wieder und nachdem das Bruttoinlandsprodukt Uruguays im Jahr 2002 einem negativen Wachstum von -11% unterlag nahm es im Jahr 2003 um 2,5% zu. Seit 1998 kann die uruguayische Wirtschaft somit das erste Mal ein positives Wachstum verzeichnen. Ebenfalls gelang es Uruguay nach dem katastrophalen Einbruch der Staatsanleihen 2002 (Abnahme der Kurse der Staatspapiere um bis zu 80%) und nach 18 Monaten ohne Neuplatzierung, seine Anleihen wieder an private und institutionelle Anleger weltweit zu verkaufen. Die positive Entwicklung der uruguayischen Wirtschaft setzte sich in der ersten Hälfte 2004 fort. Der Industriesektor zeigte deutliche Wachstumszeichen. Allein die verarbeitende Industrie verzeichnete im Juli 2004 ein Wachstum von 20% gegenüber dem selben Monat im Vorjahr. Auch der Kleinhandel (9,2%) und der Dienstleistungssektor (4,5%) konnten sich im Laufe des Jahres weiter erholen. Der Verkauf von Lebensmitteln aber wuchs weniger als 1%. Weitere Zeichen für die fortschreitende Erholung der Wirtschaft sind die Zunahme der Importe (1,4 Mrd. US$ im ersten Semester; entspricht einem Plus von 39%) und der Exporte (1,425 Mrd. US$; entspricht einem Wachstum von 32% gegenüber dem selben Monat des Vorjahres). Die Exporte wurden kräftig von dem Fleischausfuhren angetrieben, die alleine um fast 80% gestiegen sind und damit praktisch die Hälfte des Wachstums im Exportbereich ausmachten. Zudem konnte im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter Boden gut gemacht werden. Die Arbeitslosenrate sank im Juli von 14,2% auf 13,3%. Die meisten Arbeitsplätze entstanden im primären, landwirtschaftlichen Sektor. Wichtig auch ist die bedeutende Verkürzung der Arbeitslosigkeit: durchschnittlich befindet sich ein Uruguayer zwischen 3,5 und 4,5 Monate auf Arbeitssuche. Der US-Dollar zeigt seit Jahresbeginn weitestgehend eine Seitwärtsbewegung. Im Juli gab die US-Währung gegenüber dem Uruguayischen Peso leicht nach, nachdem der Banco Central entschied keine Dollar mehr auf dem Markt zu kaufen. Diese Tendenz wurde von dem Bedarf einiger wichtiger Marktteilnehmer nach Uruguayischen Pesos unterstützt. Die von dem Banco Central angepeilte Inflationsrate von 7% - 9% könnte gefährdet sein, weswegen die Bank entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet hat. Private Analysten rechnen mit einer deutlich höheren Inflation um die 11%. Für die kommenden 12 Monate hat die Zentralbank eine Inflationsrate zwischen 6% und 8% angepeilt. Die Steuereinnahmen im ersten Semester 2004 stiegen um 300 Millionen US$ (9% mehr als im Vorjahr), was zu einer Reduzierung des Haushaltsdefizits geführt hat (von 354 Mio. US$ auf 172 Mio. US$ in den letzten 12 Monaten) und die Regierung erlaubte eine Steuersenkung anzukündigen. Zudem erhöhte die Ratingagentur Standard & Poor's die Wertung der uruguayischen Staatsanleihen. Auch gelang es der Regierung eine weitere Neuplatzierung uruguayischer Staatsanleihen im internationalem Markt abzusetzen. Das regionale Umfeld ist insgesamt positiv. Die argentinische Wirtschaft wächst weiter, auch wenn das Wachstum deutlich an Schwung verloren hat. Wuchs die argentinische Wirtschaft durchschnittlich um 3% von Trimester auf Trimester, so halbierte sich diese Rate im letzten Trimester. Problematisch gestalten sich immer noch die Verhandlungen mit den Privatgläubiger und im September verhandelt Argentinien erneut mit dem Internationalen Währungsfonds, um die Modalitäten der nächsten zwei Jahre festzulegen. Fachleute rechnen trotz allem für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 8%. Auch die brasilianische Wirtschaft war von einer deutlichen Erholung gekennzeichnet, vor allem die kräftig gestiegene Inlandsnachfrage stimmt optimistisch für die künftige Entwicklung. Die Wirtschaft Brasiliens wuchs bereits im ersten Trimester 2004 und soll im gesamten Jahr solide 3,5% zulegen. 4. Wirtschaftsdaten Uruguays
| 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007* | 2008* | | BIP (in Mio US$) | 11.211 | 13.241 | 16.829 | 19.357 | 21.661 | 23.894 | | Reales BIP-Wachstum (%) | 2,2 | 11,8 | 6,6 | 7,0 | 4,9 | 4,4 | | BIP Pro Kopf (US$) | 3.394 | 4.010 | 5.091 | 5.840 | 6.517 | 7.167 | | Inflation Konsumenten- Preisindex | 10,2 | 7,6 | 4,9 | 6,4 | 6,8 | 6,1 | | Abwertung UR$ im Vergleich zu US$ % | 7,4 | 12,9 | 93,7 | 7,3 | 6 | 8 | | Arbeitslosigkeit (%) | 16,9 | 13,1 | 12,2 | 11,4 | 10,0 | 9,6 | | Haushaltsdefizit (% vom BIP) | -3,4 | -4,7 | -4,0 | 3,2 | 2 | -3 | | Auslandsschuld (% vom BIP) | 29,0 | 35,4 | 85,9 | 102,3 | n.v. | 102,3 | | Währungsreserven (in Mio US$) | 2773 | 3099 | 777,0 | 2.087,0 | 2.512,0 | n.v. | | | Quelle: PriceWaterhouseCoopers | | | | | | | | | | |
5. Deutschland: Wichtigster Absatzmarkt innerhalb der EU (Exporte 2007/2006) - Tabelle hier als PDF Exporte.pdf 6. Deutschland: Wichtigster Importpartner innerhalb der EU (Importe 2007/2006) -
Tabelle hier als PDF Importe.pdf 7. Uruguays Exporte nach und Importe aus der BRD (Mio. US$) Tabelle hier als PDF uruguaybrdimpexp2007.pdf
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